by Anne

Cremes und Wirkstoffe harmonisch kombinieren: Was passt zusammen, was nicht?

Eine Creme für Feuchtigkeit auf der Haut, eine gegen Falten, dann n...
wirkstoffe kombinieren

Eine Creme für Feuchtigkeit auf der Haut, eine gegen Falten, dann noch Sonnenschutz oben drauf und dann noch ein Serum? “Viel hilft viel” gilt bei der Hautpflege nicht immer – und kann manchmal sogar mehr schaden als nützen. Wir sagen Dir, welche Wirkstoffkombinationen gut sind und welche nicht. 

Die Grundlage der Wirkstoffkombinationen: Die richtige Reihenfolge im Skin Layering 

Verschiedene Pflegeprodukte gleichzeitig einzusetzen, kann eine gute Sache sein – schließlich haben verschiedene Cremes unterschiedliche stärken. Und wenn Du diese kombinierst, bündelst Du die Vorteile des jeweiligen Produkts. 

In der Theorie klingt das sinnvoll, in der Praxis sind willkürliche Wirkstoffkombis jedoch problematisch! 

Einige Wirkstoffe können kombiniert ihre Wirkung verlieren oder Deine Haut sogar reizen und irritieren. Weiter unten gehen wir genauer darauf ein, welche Wirkstoffe Du nicht einfach so kombinieren solltest. 

Bevor wir dazu kommen, werfen wir erstmal einen Blick auf die richtige Reihenfolge bei der Anwendung Deiner Pflegeprodukte. Beim Skin Layering geht es darum, eins nach dem anderen zu machen. Schicht für Schicht. 

Nämlich mit diesen 3R: 

1. Reinigung 

Auch Toning genannt. Hier geht’s darum, Deine Gesichtshaut und Poren zu klären, von Unreinheiten und Schmutz zu befreien. Nimm für diesen Teil einen milden Gesichtsreiniger, der genau auf die Bedürfnisse empfindlicher Haut angepasst ist. Wenn Du ein Peeling oder eine Maske verwenden möchtest, wäre das nach dem Toning an der Reihe. 

2. Regeneration 

Du möchtest in diesem Schritt Deiner Haut das geben, was sie braucht, um jung zu bleiben. Dazu gehört mitunter Dein Serum speziell für die Gesichts- und Augenpartie. Die intensiven Wirkstoffe kommen also erst nach der Reinigung, aber vor dem Tuning der Haut. 

3. Refresh 

In diesem letzten Schritt, auch als Tuning bekannt, kommt die nährstoffreiche und feuchtigkeitsspendende Pflege zur Wirkung: Du gibst Deiner Haut wertvolle Feuchtigkeit und Nährstoffe zurück, die sie durch den Alltag verloren hat. Du kannst für diesen Schritt eine gut formulierte Feuchtigkeitscreme mit Hyaluron nehmen oder eine hochwirksame Anti-Aging-Gesichtscreme, die fahle Haut wieder auffrischt. 

Gut zu wissen: Fett- oder wasserlösliche Inhaltsstoffe beim Skin Layering

Beim Layering solltest Du darauf achten, dass Du nicht jede beliebige Creme aufeinander schichtest. Manche arbeiten mit Wirkstoffen, die fettlöslich sind, andere sind wasserlöslich. 

Wasserlöslich sind gerade leichte Lotionen – reichhaltige Cremes sind meistens fettlöslich. 

Zum Glück beeinflusst es nicht die Wirksamkeit, wenn du wasser- und fettlösliche Wirkstoffe zusammenlegst. Allerdings kann die Kombination krümelig werden und das ist dann auch wieder nervig. 

Extra-Tipp: Auf geprüfte Pflegeserien setzen 

Wenn Du Pflegeprodukte ohne Risiko kombinieren möchtest, solltest Du möglichst Produkte von einer Marke bzw. Pflegeserie nehmen. Der Grund ist, dass Pflegeserien aufeinander abgestimmt sind und Du dadurch Komplikationen durch unvorteilhafte Wirkstoffkombinationen direkt vermeidest. 

Wenn Du Dir unsicher bist, auf welche Marke Du setzen sollst: 

Überprüfe die Produkte vorher bei codecheck.info. Dadurch weißt Du direkt Bescheid, ob Deine Gesichtscremes, Anti-Aging-Seren und Gesichtsreiniger auch wirklich ohne bedenkliche Inhaltsstoffe formuliert sind. 

Diese Wirkstoffkombinationen solltest Du vermeiden 

Vitamin C und Fruchtsäuren (AHA) kombinieren 

Die Empfehlung: Nicht empfehlenswert

Der Grund: Hautirritationen und Trockenheit 

Erklärung: Zu den Alpha-Hydroxysäuren (AHAs) gehören zum Beispiel Glykolsäure oder Milchsäure. Viele setzen diese Stoffe gerne als chemisches Peeling ein. Vitamin C hat ebenfalls einen exfolierenden – also lösenden – Effekt. In Kombination verändert sich allerdings der pH-Wert des Vitamin C, wodurch Hautirritationen entstehen können bis hin zu starker Hauttrockenheit. 

Retinol und Vitamin C kombinieren 

Die Empfehlung: Nicht empfehlenswert 

Der Grund: Hautreizung 

Die Erklärung: Beide Stoffe haben einen peelenden Effekt auf die Haut. Sind beide kombiniert, ist der Effekt jedoch zu stark. Hautreizungen sind die Folge. Der Einsatz beider Stoffe ist denkbar, wenn Du sie auf den Tag verteilt anwendest: Morgens Vitamin C und abends Retinol. 

Retinol und Fruchtsäuren (AHA) oder BHA (z.B. Salicylsäure) kombinieren 

Die Empfehlung: Nicht empfehlenswert 

Der Grund: Aufgehobene Wirkung beim Retinol, welches ohnehin nur eingeschränkt empfehlenswert ist. Führt in Kombination mit Salicylsäure zu Austrocknung der Haut. 

Die Erklärung: Der Säuregrad der Alpha- bzw. Betahydroxysäuren steht im Verdacht, die Wirkung des Retinols einzuschränken. Bei der Kombination von Retinol mit Salicylsäure ist außerdem die Austrocknungsgefahr der Haut erhöht. 

Grundlegend ist der Einsatz von Retinol fraglich, da der Stoff schnell zu hoch dosiert ist und mitunter trockene Haut verursachen kann. Ein dagegen empfehlenswerter Alternativ-Wirkstoff hierfür ist Bakuchiol

Benzoylperoxid mit AHA/BHA kombinieren 

Die Empfehlung: Nicht empfehlenswert 

Der Grund: Überreizung der Haut 

Die Erklärung: Benzoylperoxid wird häufig für die Behandlung von Akne eingesetzt und kann zusammen mit Alpha- oder Beta-Hydroxysäuren (AHA/BHA) die Haut durch Übersäuerung schädigen. Der Einsatz ist entsprechend nur im Wechsel empfehlenswert – an einem Tag Benzoylperoxid, am anderen Tag AHA/BHA. 

Vitamin C mit Benzylperoxid kombinieren 

Die Empfehlung: Unwirksam, aber unbedenklich 

Der Grund: Wirkung hebt sich auf 

Die Erklärung: Benzoylperoxid hat die Eigenschaft, dass es Vitamin C oxidiert und dadurch dessen Wirkung aufhebt. Beide Stoffe neutralisieren sich somit. 

Retinol mit Benzoylperoxid kombinieren 

Die Empfehlung: Nicht empfehlenswert 

Der Grund: Wirkung hebt sich auf und kann Hautirritationen verursachen 

Die Erklärung: Benzoylperoxid kann wie beim Vitamin C auch beim Retinol die Wirkung aufheben, weil es mit dem Stoff oxidiert. Beide Stoffe neutralisieren sich damit und können zusätzlich Hautirritationen verursachen. Eine auf den Tag verteilte Anwendung ist allerdings denkbar: Morgens Benzoylperoxid, abends Retinol. 

Vitamin C mit Niacinamid kombinieren 

Die Empfehlung: Nur streng bedingt ratsam 

Der Grund: Hautreizungen, Rötungen 

Die Erklärung: Die Säure des Vitamin C führt dazu, dass sich das Niacinamid in Nikotinsäure verwandelt, die die Gefäße erweitert und Hautrötungen verursachen kann – das wäre gerade bei hohen Dosierungen von Niacinamid der Fall. Niacinamide solltest Du also grundlegend nicht mit Säuren kombinieren. 

AHAs mit anderen AHAs kombinieren 

Die Empfehlung: Bedingt empfehlenswert 

Der Grund: Hautreizungen 

Die Erklärung: Alpha-Hydroxysäuren entsprechen einem chemischen Peeling auf der Haut – sie haben eine exfolierende Wirkung. Die Gefahr bei der Kombination mehrerer AHAs – etwa Glykol-, Milch-, Apfel- oder Zitronensäure – ist, dass Du Deine Haut überreizt. Wenn Du das Peeling intensivieren möchtest, solltest Du die kombinierte Dosis nur mit Vorsicht und schrittweise erhöhen. 

Fazit: Kombiniere klug oder setze gleich auf pharmakologisch geprüfte Produkte 

Die Kombination von verschiedenen Pflegeprodukten ist nicht ohne. Um Hautreizungen, Hautrötungen oder trockene Haut zu vermeiden, solltest Du Produkte aus der gleichen Pflegeserie kombinieren und möglichst unter Beratung und mit Vorsicht eigene Kombinationen testen. 

Im Zweifel lass lieber die Finger von Experimenten und #TreatYourself 

Anne

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